Pressemitteilung vom 22.03.2014 zur Energiewende-Demo in Potsdam

Gemeinsame Pressemitteilung
vom 4. Lausitzer Klima- und Energiecamp und gegenstromberlin.

+++ Lausitzer und Berliner Klimaaktivist*innen organisierten
kohlekritischen Block bei Energiewende-Demo am 22. März in Potsdam +++ Hohe Braunkohleverstromung unsozial und unwirtschaftlich +++ Energiedemokratie jetzt! +++

Potsdam, 22.03.2014: 30.000 Menschen haben heute in sieben Landeshauptstädten für eine dezentrale und demokratische Energiewende demonstriert. Auch die UnterstützerInnen des 4. Lausitzer Klima- und Energiecamps 2014 und gegenstromberlin waren mit einem eigenen „Camp gegen Kohle“-Block in Potsdam dabei.
„Die Energiewende vorantreiben, das heißt Tagebaue verhindern und Kohlekraftwerke stilllegen. Globaler Klimaschutz beginnt in Deutschland, denn hier kann erstmals eine Industrienation vorbildlich aus Kohle und Atom aussteigen“, so Conrad Kunze vom Klimacamp. Mit 2000 Menschen ging von der Potsdamer Demo ein kraftvolles Signal an die Brandenburger Landesregierung aus, die weiterhin an ihrer Kohlestrategie festhält. In diesem Sommer ist die Genehmigung des Tagebaus Welzow Süd II geplant. Auch die Orte Grabko, Kerkwitz, Atterwasch, wo vom 16.-24. August das 4. Lausitzer Klima- und Energiecamp stattfinden wird, sollen in wenigen Jahren dem Tagebau Jänschwalde Nord weichen.

Mit dem „Camp gegen Kohle“-Block machten die Aktivist*innen klar: Nach dem Atomausstieg muss der Kohleausstieg kommen. Braun- und Steinkohle dürfen in einem zukünftigen Energiesystem genau so wenig eine Rolle spielen wie Strom und Wärme, die durch Atomkraft oder Fracking gewonnen werden.

Energiekonzerne vergesellschaften

Die Aktivist*innen forderten ein dezentrales und öko-soziales Energiesystem von unten auf Basis erneuerbarer Energien. Stefanie Groll von gegenstromberlin sagt dazu: „Wir verbinden damit die Hoffnung, dass eine wichtige materielle Basis des fossilen Kapitalismus, die Energiekonzerne, zerschlagen werden. Statt großer Grundlastkraftwerke, die von intransparenten Konzernen betrieben werden, wollen wir eine Energiewende von unten, in gemeinschaftlichen und basisdemokratischen Strukturen.“

Sigmar Gabriel plant jedoch genau das Gegenteil. Wenn seine aktuellen Pläne im April Gesetz werden, werden die Kohlekraftwerke lange Zeit weiterlaufen und weitere Dörfer werden zerstört. Deutschland würde sich beim Klimaschutz global blamieren.

„Kohlekraftwerke sind heute nicht mehr nötig für eine sichere Stromversorgung. Auch in der Lausitz braucht niemand mehr zwangsumgesiedelt zu werden, denn das bisherige Tempo der Energiewende ersetzt jetzt schon Kohlekraftwerke und macht Neubauten überflüssig. Die Bundesregierung kann die Energiewende und soziale Strompreise verbinden, wenn sie nur will. Der weitere Ausbau der Erneuerbaren kann Tausende vom Tagebau bedrohte Menschen vor der Zwangsumsiedlung retten“, sagte Conrad Kunze.

Kohle tötet

Ein Höhepunkt des Demo-Blocks war eine sechs Meter große, halbtransparente Riesenlunge. Sie verbildlichte die Gefahren, die Menschen in der Nähe von Kohlekraftwerken drohen. Dort häufen sich die von Lungenkrankheiten Betroffenen. Die zur Kampagne Cough4Coal gehörende Lunge war seit letztem Herbst in vielen Ländern unterwegs, um auf die mit Kohle verbundenen Gefahren hinzuweisen.

Hierzu Stefanie Groll von gegenstromberlin: „Der Atomausstieg darf kein Kohleeinstieg sein! Denn Kohle zerstört das globale Klima und schadet Millionen Menschen, die schon heute durch den Klimawandel zu Flüchtlingen werden, hungern oder in zerfallenden kriegsgeplagten Staaten leben müssen. Der Kapitalismus ist das Problem und nicht die Lösung. Die Energiekonzerne müssen vergesellschaftet werden, damit es eine schnelle und sozial gerechte Energiewende geben kann“.

Die Unterstützer*innen des Lausitzcamps und von gegenstromberlin appellierten im Rahmen ihres Demo-Blocks: Klimaschutz statt Kohleschmutz! Kein Land mehr für Kohle! Die Regierung darf nicht vor der Kohle- und Atomlobby einknicken!

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Kontakt:
Conrad Kunze, Presse AG des 4. Lausitzer Klima- und Energiecamps 2014
Presse@klimacamp.info
0176 – 642 629 11

Stefanie Groll, gegenstromberlin
info@gegenstromberlin.net
0176 – 325 792 68

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